WELTBRÜCKE e.V. - Hilfe für Kinder in Not     
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HILFE FÜR KRANKE KINDER - OPERATION FÜR IRINA

Während einer Reise nach Weißrussland im Mai 2003 haben unsere Vorstandsmitglieder Irene Meuser und Inge Plum, sowie Herr Dr. Magnus Noah, verschiedene Verbrennungszentren in Minsk, Zhodino, Swetlogorsk und Gomel besucht (Reisebericht Belarus Mai 2003) . In Minsk wurde uns die damals 6-jährige Irina vorgestellt. Als Baby erlitt sie schwerste Verbrennungen als eine Lampe in ihr Bettchen fiel und dieses Feuer fing. Für Irina begann eine Odyssee.

Irina im Krankenhaus
 
Sie wurde in das Krankenhaus der kleinen Stadt Novogroduk gebracht, wo man ihr jedoch nicht helfen konnte. Nach 4 Tagen wurde Irina in das Krankenhaus der Kreisstadt Grodno verlegt. Auch hier waren die Ärzte nicht in der Lage etwas für das Baby zu tun. Ein weitere Woche verging, bevor Irina in das Verbrennungszentrum nach Minsk verlegt wurde.

Hier musste die Kleine zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Viele Monate ihres Lebens verbrachte Irina im Krankenhaus. Während unserer Reise nach Weißrussland lernten wir Irina in Minsk kennen. Wir sahen sie mit starken Narbenfeldern im Gesicht und Kontrakturen an beiden Händen. Einen Finger an der linken Hand hat Ira verloren.

Spontan haben wir entschieden, Irina zur Behandlung nach Deutschland einzuladen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und zwei weiteren Verbrennungs- kindern, einer weißrussischen Ärztin und einer Dolmetscherin kam Irina im Juli 2003 nach Kassel.

Herr PD Dr. Noah hat in einer 6-stündigen Operation zunächst die linke Gesichtshälfte rekonstruiert und hat die Beweglichkeit der Finger erheblich verbessert.
 
Ira im Mai 2003 in Minsk

Irina im September 2003
 
Nach 10 Tagen konnte Ira das Rote-Kreuz-Krankenhaus in Kassel verlassen. Die weitere Behandlung erfolgte ambulant. Irina, die in einen geschwächten Allgemein- zustand nach Deutschland gekom- men war, erholte sich von der Operation zunächst schlecht. Als die Behandlung abgeschlossen war, blieb Irina noch für einige Wochen bei einer Gastfamilie, in der sie liebevoll gepflegt wurde.

Irina reiste im September 2003 zurück nach Weißrussland. Nach mehr als einem Jahr haben wir sie, im Dezember 2004, ein zweites Mal nach Kassel eingeladen. Die rechte Gesichtshälfte sollte rekonstruiert werden und mit Hilfe eines Expanders Haare vom Hinterkopf an den Oberkopf gelangen, so dass der kahle Oberkopf über Haare verfügt und ein

Bei Irina Zuhause
 
natürlicher Haaransatz vorhanden ist. In einer ersten Operation wurden Irina ein Expander unter die Haut der Schulter und ein weiterer, unter die noch behaarte Haut des Hinterkopfes gelegt. Im Laufe von 4 Wochen wurden diese "Ballons" mit Kochsalzlösung gefüllt und somit die Haut gedehnt.

In einer weiteren Operation, im März 2005, konnte mit der ge- dehnten Haut der Schulter, die rechte Gesichtshälfte rekonstruiert werden. Die vernarbte Haut am Oberkopf wurde entfernt und durch die gedehnte Kopfhaut, an der Haare vorhanden sind, ersetzt.
 
Irina im März 2005


Im Mai 2005 konnte Irina zurück in die Heimat zu ihren Eltern und ihrem Bruder reisen. Seitdem besucht sie die Schule in ihrem Wohnort Tulitschewo. Dank der erfolgreichen Operation an den Händen, wurde die Beweglichkeit der Finger so verbessert, dass sie Schreiben lernen konnte. Wie Herr Prof. Noah vermutet, wird es nötig sein, dass Irina nach Einsetzen der Pubertät zu einer weiteren Operation nach Deutschland kommen muss, da die Haut an der Brust durch den Unfall stark vernarbt und somit unelastisch ist. Dadurch bedingt ist ein natürliches Brustwachstum nicht möglich.


Mai 2010
Irina ist inzwischen 13 Jahre alt und kürzlich haben wir einen Brief von ihr erhalten. Sie berichtet darüber, dass sie seit einigen Monaten Schmerzen in der Brust hat und bittet uns um unsere Hilfe.
Dieser Brief kam für uns nicht überraschend. Da die Brust wegen der vernarbten Haut nicht wachsen kann, ist eine weitere Operation dringend erforderlich.
Wir möchten Irina für diesen Sommer gerne nach Deutschland einladen. Hier könnte sie wieder im Rote-Kreuz Krankenhaus in Kassel operiert werden.
Herr Prof. Noah ist bereit seine kleine Patientin, die inzwischen zu einer jungen Dame geworden ist, in seiner Klinik aufzunehmen. Irina könnte in der Zeit vom 14. Juli bis 30. August 2010 zur Behandlung nach Deutschland kommen. 

August 2010
Dank  der Unterstützung unserer SpenderInnen konnten wir Irina zu einer weiteren Behandlung nach Kassel einladen.
Sie wurde am 20.7. von Prof. Noah im Rote-Kreuz Krankenhaus operiert. Dabei wurde die rechte Wange etwas abgesaugt, um eine bessere Gleichmäßigkeit der beiden Wangenpartien zu erreichen. Es wurde eine Vollhauttransplantation vom rechten Arm zur linken Brust gemacht, da diese sich durch die Narben der Brandverletzungen nicht normal hatte entwickeln können.
Irina im Rote-Kreuz Krankenhaus

Irina durfte bereits nach einem einwöchigen Aufenthalt das Krankenhaus verlassen, da die weitere Behandlung  ambulant erfolgen konnte. Diese war nach drei Wochen abgeschlossen.
Am 13.8. konnte Irina wieder zurück in ihre Heimat  zu ihren Eltern und ihrem Bruder reisen.
Wir danken allen Spendern und Spenderinnen für ihre Hilfe, durch die Irinas OP erst möglich wurde.





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