WELTBRÜCKE e.V. - Hilfe für Kinder in Not     
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OPERATION FÜR EDUARDO

Eduardo im März 2008
 
Für Eduardo aus Bolivien(damals 8 Jahre) begann der Tag wie jeder andere. Er und seine Schwestern Lidia (8) und Melliza(1) werden von der Großmutter, bei der sie leben, geweckt. Eduardo und Lidia müssen zur Schule.
Nach einem Fußweg von knapp einer Stunde erreichen die beiden die Schule. Das Klassenzimmer liegt im ersten Stock. Eduardo inspiziert noch die Fortschritte des Umbaus im Flur der Schule. Der Baustellenbereich ist nicht, wie wir es aus Deutschland kennen, abgesichert. Eduardo steht an einem Durchbruch in einer Außenwand und denkt noch
"Ganz schön hoch!", als ihm ein Mitschüler mit einem Schubs einen
Schrecken einjagen will. Eduardo verliert das Gleichgewicht und stürzt in die Tiefe. Er fällt auf Hände, Ellbogen und Knie und zieht sich heftige Prellungen zu. Den Großeltern fehlen die finanziellen Mittel um Eduardo einem Arzt vorzustellen. Von den Eltern ist keine Hilfe zu erwarten. Eduardos Vater verschwand kurz nach seiner Geburt, seine Mutter ging 2004 nach Brasilien um Arbeit zu finden. Seitdem hat Eduardo nichts mehr von ihr gehört. Die Großeltern kümmern sich liebevoll um die Enkelkinder. Sie leben in einer einfachen Unterkunft, haben Mühe alle satt zu bekommen.
Zunächst schien Eduardo Glück im Unglück gehabt zu haben. Die Schwellungen verheilten, nach einer Woche ging er wieder in die Schule.
Die Schmerzen in Eduardos Knien blieben jedoch. Die Großeltern, die mit ihren Enkelkindern am Rande des Existenzminimums leben, hätten ihn gerne einem Arzt vorgestellt, aber es war nicht möglich.
Ein Krankenversicherungssystem wie hier bei uns gibt es nicht. Im Krankenhaus wird man nur in lebensbedrohlichen Fällen sofort behandelt. Ansonsten werden die Ärzte bar bezahlt.
 
 
Eduardo nach seiner 1. OP
   

Eduardo lernte mit seinen Schmerzen zu leben. Die Großeltern bemerkten wohl, dass ihr Enkel kaum noch wuchs, aber auch hier hatten sie keine Möglichkeit etwas für Eduardo zu tun.
Im Laufe der Jahre verschlechterte sich sein Zustand zunehmend. Eduardo konnte seine Beine nicht mehr strecken, an manchen Tagen konnte er nicht mehr laufen. Fußball spielen, war für den einst sehr lebendigen Jungen schon lange nicht mehr möglich.
Die Großmutter kam im Januar 2008 zum ersten Mal in das Büro unserer Sozialarbeiterin, da sie gehört hatte, dass eine Organisation aus Deutschland in Eduardos Fall eventuell Hilfe leisten würde.
Schnell und unbürokratisch stellte die Weltbrücke e.V. Geld für diagnostische Maßnahmen zur Verfügung. Durch den Sturz auf die Knie hatte sich die Wachstumsfuge in Eduardos Knien verschoben. Es kam zu Fehlbildungen, die die starken Schmerzen verursachten, auch das geringe Wachstum ist darauf zurückzuführen.
Die Weltbrücke e. V. finanzierte Eduardo im Mai 2008 eine Operation am linken Knie, im Juni 2008 am rechten. Im Anschluss an die Operationen ermöglichten wir regelmäßige Besuche beim Physiotherapeuten. Inzwischen kann Eduardo seine Knie wieder strecken, er läuft ohne Schmerzen und spielt sogar Fußball.
Unser Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, die unserem Aufruf gefolgt sind und einen finanziellen Beitrag zu den Operationen geleistet haben.
Im August erreichte uns folgender Brief von Eduardo:

Liebe deutsche Freunde!
 Ich bin sehr froh darüber, dass ich die Operationen bekommen habe. Ich bedanke mich bei allen Personen, die mir diese Operation ermöglicht haben. Ich will  mich sowohl bei den Menschen bedanken, die Geld für meine Behandlung gespendet haben, als auch bei den Personen, die die Operationen genehmigten und mich dabei unterstützten, mich besuchten und mit mir sprachen. Danke an Pfarrer Josef Neuenhofer.

 
Und vor allem Danke an Frau Inge Plum, die sich darum kümmerte, dass ich diese Behandlung bekam und die Menschen in Aachen die sie ermöglichten. Ich bitte Gott, dass er alle diese Menschen segnet. Ich konnte früher nicht gehen und ich schämte mich auf die Strasse zu gehen, weil die Leute sagten, dass ich hinke und mich damit zum weinen brachten. Ich wollte nicht in die Schule gehen, weil mich meine Mitschüler auslachten und mich nicht mit ihnen spielen ließen. Aber dank Ihnen kann ich heute aus dem Haus gehen, ohne mich schämen zu müssen. Ich kann heute Dinge tun, die ich fuer lange Zeit nicht
Eduardo beim Fußballspiel
 
   

konnte. Ich verspreche Ihnen, dass ich einen Beruf erlernen werde und dass ich, wenn ich groß bin, versuchen werde Menschen zu helfen die es benötigen, so wie Sie mir geholfen haben.

 

Eduardo Tarifa Bernal

La Paz/Bolivien im August 2008



Übersetzt von unserer Volontärin Isolde - vielen Dank!

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