WELTBRÜCKE e.V. - Hilfe für Kinder in Not     
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HILFE FÜR KRANKE KINDER - OPERATION FÜR MAXIM

Es war im Winter 1999/2000.
In unserem Partnerdorf Wjashny, im Süden Weißrusslands, war es kalt. Frau Russinowitsch, Mutter von 5 Kindern, zündete am frühen Morgen das Feuer im Ofen an. Sie verließ das Haus, um weiteres Holz zu holen. Die Klappe des Ofens ließ sie offen. In der Zwischenzeit war Maxim, 5 Jahre alt, aufgewacht. Mit einem Plastiklineal in der Hand machte er sich auf die Suche nach seiner Mutter. Als er die offene Ofentür sah, ging er näher und stocherte mit dem Lineal im Feuer.
 

Als er das Lineal aus dem Feuer herauszog, tropfte der schmelzende Kunststoff auf seine Hose. Diese begann sofort zu brennen. Durch sein Schreien alarmiert, kam seine Mutter herbeigeeilt. So schnell es ging, erstickte sie die Flammen.

Maxim wurde in das Krankenhaus nach Swetlogorsk gebracht. Viele Operationen musste er hier über sich ergehen lassen, leider ohne Erfolg. Im April 2001 entließen ihn die weißrussischen Ärzte aus dem Krankenhaus, weil sie keine Möglichkeiten hatten, dem Jungen zu helfen. Über ein Jahr befand sich Maxim nicht in ärztlicher Behandlung, als Inge Plum, während eines Aufenthaltes in unserer Partnergemeinde, Maxim eher zufällig auffiel.

 
Maxims Familie zählt zu den Ärmsten im Dorf. Da der Vater Alkoholiker ist, wird die Familie ausgegrenzt. Maxim besuchte bis Mai 2002 den Kindergarten, hier wurde täglich ein neuer Verband angelegt.

Weitere Unterstützung gab es für den Jungen nicht.

Maxim konnte sein Bein nicht mehr strecken. Humpelnd (aber trotzdem flink) bewegte er sich vorwärts. Uns war sofort klar:
Hier müssen wir schnell helfen!

Nach der Rückkehr nahmen wir mit dem Aachener Universitätsklinikum Kontakt auf. Herr Prof. Dr. Norbert Pallua und Herr Dr. Magnus Noah sagten spontan ihre Unterstützung zu.

Dank der Unterstützung zahlreicher Aachener Bürger, konnte Maxim am 30. September 2002 in der Klinik für Plastische Chirurgie im Aachener Universitätsklinikum operiert werden.

Die Situation aus der Sicht von Herrn Dr. Noah:
"Maxim wurde uns vorgestellt mit einer Verbrennungskontraktur in der Kniekehle. Es hatte sich aufgrund des Narbenzuges eine instabile Narbe gebildet. Diese ist immer wieder aufgesprungen und hat mit zunehmendem Wachstum, obwohl er körperlich eher 4-5 Jahre ist, zu einem Zug des Unterschenkels an den Oberschenkel geführt. Kurz: es war einfach zu wenig Haut dort, um das Bein zu strecken. In einer Operation wurde zunächst die Narbe und all das chronisch entzündete Gewebe in der Kniekehle entfernt. Nach Streckung des Beines gab es einen Hautdefekt von 13 x 7 cm. Da Sehnen und Nerven frei lagen, konnte nicht nur einfach Haut transplantiert werden, sondern musste aufwendig mikrochirurgisch ein Haut/Faszienlappen vom Unterarm gehoben werden. Dieser wurde in die Kniekehle transplantiert und die vormals Armarterien und Venen, unter dem Mikroskop, an die Kniekehlengefäße angeschlossen werden. Die Gefäße selbst waren nur 1,2 mm groß. Es gelang die Durchblutung wiederherzustellen.

9 Tage durfte Maxim das Bett nicht verlassen
Maxims Bein nach der Operation
 
Der Lappen vom Unterarm heilte problemlos in der Kniekehle an. Der sogenannte Hebedefekt am Unterarm, wurde mit Haut vom Oberschenkel verschlossen. Maxim kann nun ohne Behinderung sein Bein strecken. Die alte Wunde in der Kniekehle wird sicherlich nicht mehr auftreten, da die Unterarmhaut weich und flexibel ist."

Maxim hat die 9-stündige Operation bestens überstanden. Der liebevollen und fürsorglichen Betreuung der Ärzte, Schwestern und Pflegern ist es zu verdanken, dass Maxim sich so schnell erholt hat. Bereits nach 11 Tagen konnte er das Krankenhaus verlassen und mit seiner Mutter in das Patientenhotel des Klinikums ziehen.

 

3 Wochen nach der Operation war Maxim, bei einem Ausflug zum Dreiländereck, auf dem Spielplatz kein Hindernis zu hoch. In Windeseile hatte er das Klettergerüst erklommen. Mit anderen Kindern rannte er um die Wette!

Am 28. Oktober 2002 ist Maxim mit seiner Mutter nach Hause geflogen. Mitte November haben wir einen Brief der Mutter erhalten, in dem sie berichtet wie gut es ihrem Kind jetzt geht. Er kann mit seinen Freunden toben und Fußball spielen.
 
Maxim am Dreiländerpunkt


An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Spendern, Dolmetschern, der Lufthansa, dem Team der Verbrennungschirurgie im Aachener Uniklinikum und besonders bei Herrn Dr. Noah herzlich bedanken.

Hausbesuch in Weißrussland
Herr Dr. M. Noah und Maxim
 
Während unserer Reise nach Belarus im Mai 2003 hatten wir Gelegenheit Maxim in seiner Heimat zu besuchen. Wir trafen einen glücklichen Maxim an, der keinerlei Probleme mehr mit seinem Bein hat. Auch seine vier Geschwister hatten den Besuch aus Deutschland bereits erwartet.

Stolz zeigte uns Maxim sein Zuhause.



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