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Belarus - Weißrussland 1996-2002
Weißrussland grenzt im Nordwesten an Litauen und Lettland, im Norden
und Osten an Russland, im Westen an Polen und im Süden an die Ukraine.
Bis 1991 war Weißrussland eine von 15 Sowjetrepubliken und ist seit
dem 25.08.1991 unabhängig.
Auf einer Fläche von ca. 207.600 qkm leben ca. 10,3 Millionen Menschen.
Davon sind 77% Weißrussen, 14% Russen, 2 % Ukrainer, 4% Polen und
3% sonstige Nationalitäten. Landessprache ist Weißrussisch und Russisch.
Die Hauptstadt von Weißrussland ist Minsk und mit circa 1,7 Millionen
Einwohnern gleichzeitig auch die größte Stadt.
Belarus ist das am stärksten betroffene Land des atomaren GAUs von
1986 in Tschernobyl. Tschernobyl liegt in der Ukraine, 12 km südlich
von der weißrussischen Grenze. Der Südwestwind trieb den größten Teil
des radioaktiven Niederschlags nach Belarus. 70 Prozent des radioaktiven
Fallouts ging, im Osten und Südosten, auf das nichtsahnende Land nieder.
Etwa 20 Prozent der landwirtschaftlichen Gebiete und 15 Prozent der
Wälder sind radioaktiv verseucht. In den betroffenen Gebieten leben
1,8 Mio. Menschen.
Die Säuglings- und Kindersterblichkeit hat stark zugenommen, viele
Kinder leiden unter Magen-Darm-Erkrankungen, Bronchial- oder Bluterkrankungen,
Erkrankungen des Herzens sowie Diabetes Typ 1. Bereits seit Jahren
stellen Ärzte eine deutliche Schwächung des Immunsystems bei Kindern
fest und berichten über einen Anstieg angeborener Missbildungen. Leukämie
und andere Krebserkrankungen treten verstärkt auf.
Aleksander Lukaschenko ist seit 1994 Präsident der Republik Belarus.
Auf Grundlage eines umstrittenen Referendums änderte Lukaschenko 1996
die Verfassung und erweiterte seine Machtbefugnisse. "Beein- druckende"
86,2 Prozent der Wähler - so die belarussischen Behörden- angaben
- stimmten am 17. Oktober 2004 dem Referendum der Ver- längerung der
Amtszeit Aleksander Lukaschenkos zu. Mittels eines weiteren umstrittenen
Referendums plant Lukaschenko für 2006 eine erneute Kandidatur als
Staatspräsident. Die Regierung Lukaschenkos tritt für eine Wiedervereinigung
von Belarus mit Russland ein, während sie nationalstaatliche Bestrebungen
unterdrückt. Ungeklärte Fälle ver- schwundener Politiker, Journalisten
und Oppositioneller rücken Belarus immer wieder ins Zentrum des Interesses
von Menschenrechts- institutionen.
Aleksander Lukaschenko erschwert den vielen privaten Hilfsorgani-
sationen aus dem Ausland massiv ihre Arbeit. Aufgrund zahlreicher,
kaum erfüllbarer Auflagen, können wir nicht mehr gewährleisten, dass
unsere Hilfstransporte (die je Transport einen Wert von ca. 25 000
€ hatten), wirklich die hilfsbedürftigen Menschen unserer Partnerge-
meinden erreicht. Wir haben uns im Oktober 2002 entschieden die Arbeit
in Weißrussland einzustellen und sind uns sicher, damit im Interesse
unserer Spender gehandelt zu haben.
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