WELTBRÜCKE e.V. - Hilfe für Kinder in Not     
  Schervierstr. 40
  52066 Aachen

  Spendenkonto:
  Aachener Bank eG
  Kontonr. 110 5410 014
  BLZ         390 601 80
  


     

Hilfe für Kinder in Armut  - das Familienprojekt

Gegenwärtig gilt Bolivien als eines der ärmsten Länder Südamerikas. Armut betrifft vor allem die Frauen und Kinder. Bei einem Verdienst von manchmal weniger als 15 € im Monat, leben sie unter menschenunwürdigen Bedingungen. Vom Hunger getrieben suchen manche Mütter im Müll nach Essbarem für ihre Kinder. Die Weltbrücke e. V. lässt diese Familien nicht im Stich. Wir leisten Soforthilfe durch Bereitstellung von Lebensmitteln und ermöglichen eine medizinische Betreuung. Unsere bolivianische Sozial- arbeiterin sucht gemeinsam mit den Betroffenen nach einem Weg aus der Armut.
 


Es fehlt am Nötigsten
     
 
Wenn unsere Sozialarbeiterin Sandra Oporto Torres auf eine solche Familie trifft, sind die Kinder häufig völlig unterernährt und in einer insgesamt schlechten Verfassung. Die viel zu kleinen Schuhe haben Löcher. Wo nicht einmal Geld für Nahrung vorhanden ist, mag man an Seife gar nicht denken.
 Frau Oporto Torres lässt sich zu Beginn von der Mutter ihre Geschichte erzählen, wenngleich viele dieser Geschichten erschreckend ähnlich sind.
Die Mütter stehen vor kaum zu lösenden Problemen. Aufgrund nicht geleisteter Zahlungen wird der Strom abgestellt, bei fehlenden Mietzahlungen die primitive Unterkunft gekündigt und
     

Gegenstände, wie zum Beispiel die Gasflasche, die zum Kochen benötigt wird, als Sicherheit mitgenommen. Die Situation wird immer schwieriger. Die Frauen suchen nach einem neuen "Dach über dem Kopf" für sich und ihre Kinder, von einem Zuhause spricht gar keiner mehr. Ohne Geld gibt es keine Chance. Zum Schluss ist man froh mit einem Raum, vielleicht 3 x 4m groß, der eher einem Verschlag gleicht. Die Wände aus nacktem Mauerwerk sind so feucht, dass sich in der Regenzeit  ein Rinnsal durch den Raum bildet. Ein kleines Fenster lässt etwas Licht in den modrigen Raum, der nun das Zuhause für eine  Mutter mit vier kleinen Kindern ist. Der Gesundheitszustand der Kinder verschlechtert sich zunehmend. Die Matratzen und Betten haben die Feuchtigkeit aufgenommen. Eine Möglichkeit zu heizen gibt es nicht, kaum vorstellbar, wenn die Temperaturen nachts weit unter null Grad sinken. Man lebt von Tag zu Tag. Haben die Mutter und die Kinder ein paar Bolivianos verdient oder erbettelt, werden  Nudeln gekauft. Eine warme Mahlzeit am Tag ist jedoch nicht selbstverständlich.

Nach der Schilderung der Situation erstellt unsere Sozialarbeiterin eine Familienanamnese und überlegt mit der Frau wie ihre Situation zu verbessern wäre. Gemeinsam suchen sie nach einer menschenwürdigen Unterkunft, einem trockenen Zimmer mit fließendem Wasser. Die Miete übernimmt zunächst die Weltbrücke e. V. Sofern nicht vorhanden, wird eine Gasflasche mit einem Aufsatz zum Kochen zur Verfügung gestellt, genauso wie ausreichend Grundnahrungsmittel.
 Dann erfolgt eine ganz individuelle Betrachtung der Situation der jeweiligen Frau (es gibt auch einen allein erziehenden Vater im Projekt). Gemeinsam wird überlegt, wie ein Weg aus dieser Notlage aussehen kann. Ist die Frau Analphabetin, führt kein Weg daran vorbei lesen, schreiben und rechnen zu erlernen, um nicht weiter Opfer von Ausbeutung und Betrug zu sein. Frauen haben in Bolivien wesentlich weniger Zugang zu Bildung, die Zahl der weiblichen Analphabeten ist dreimal so hoch wie die der männlichen. Die Mütter sind in der Regel sehr motiviert, ihre Lebenssituation zu verändern. Sie zeigen voller Stolz ihre Fortschritte
 
   
 
   

beim Lesen und Schreiben und schätzen die ihnen gebotenen Möglichkeiten. Parallel dazu wird geschaut, ob die Kinder medizinische Hilfe benötigen und diese wird im Bedarfsfall auch gewährt.
Besitzt die Mutter eine Grundbildung können weitere Überlegungen angestellt werden, wie sie in die Unabhängigkeit finden kann. Im Juli 2007 konnten wir an acht Frauen einen Kleinkredit in Höhe von je 100 € vergeben. mehr
                                                                   

 
Die Frauen haben alle in dem Gespräch mit der Sozialarbeiterin angegeben, dass sie gut stricken können. Gemeinsam haben sie für einige Wochen durch eine Handarbeitslehrerin weitere Kenntnisse vermittelt bekommen. Das Ziel der Frauen ist der Verkauf selbst gestrickter Pullover. Für das Stricken wird nur ein für unsere Verhältnisse niedriges Startkapital benötigt. Die Frauen können während ihrer Arbeit die Kinder
fließendes Wasser -
nicht selbstverständlich
 

zuhause betreuen. (Ist eine Frau berufstätig, ist es nicht ungewöhnlich, dass auch dreijährige Kinder, den ganzen Tag unbeaufsichtigt  zuhause sind.) Die hochwertige Alpakawolle aus den Anden kann günstig direkt in La Paz ab Werk  in allen erdenklichen, auch modischen Farben, gekauft werden.
Gemeinsam werden die Frauen den Verkauf organisieren. Ein Stand auf dem Markt wird eine kleine Miete erfordern, der Verkauf von 5 Pullovern im Monat scheint realistisch und würde die Existenz der Familie sichern. Zu einem späteren Zeitpunkt möchten wir diese Pullover auch unseren Spendern anbieten.
Bedingung der Unterstützung für die Frauen durch die Weltbrücke e. V . ist der Schulbesuch der Kinder. Wir sind der Meinung, dass es dringend erforderlich ist, diesen Teufelskreis der fehlenden Bildung und damit der Armut zu durchbrechen. Lesen sie hier, wie Sie mit 6 € im Monat einem Kind eine Chance auf eine bessere Zukunft geben können.

 

Hier erfahren Sie, wie die Weltbrücke e. V. bereits helfen konnte.

 


zurück nach oben

 

Berichte zur Situation
Situation in Bolivien
Kinder und Armut in El Alto
Hilfe für Kinder in Armut
Medizinische Hilfe
Micro Creditos
Decken für Straßenkinder
Schulbildung gegen Armut
Erfahrungsbericht der deutschen Volontärin